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Leitfigur der Frauen-Power im FC TOP NEWS

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Leitfigur der Frauen-Power im FC

Tanja Kollmeier-Müller, unermüdliche Abteilungschefin der Fußballerinnen 

 

 

Iserlohn. „Irgendwann habe ich mich gefragt, warum in einer Frauenabteilung nur die Männer etwas zu entscheiden haben.“ Das sagt Tanja Kollmeier-Müller, wenn sie an die Anfänge ihrer Vorstandsarbeit bei den Fußballerinnen des FC Iserlohn denkt. Heute ist sie die Vorsitzende der Frauen- und Mädchenabteilung des Fusionsvereins, die sich zu den leistungsstärksten in der Region entwickelt hat. Und als treibende Kraft fungiert sie seit Beginn der laufenden Saison an dieser exponierten Stelle. 

Dass sie dieses Amt übernahm, hatte auch mit notwendigen Umstrukturierungen nach dem plötzlichen Tod von Andreas Lieder zu tun. „Es musste weitergehen, aber es konnte nur funktionieren, wenn wir die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilten“, erläutert die 44-Jährige, die Wert auf Teamwork legt und gern einräumt, dass sie viel Herzblut in ihre Arbeit investiert. 

Ihr Einstieg beim FC verlief eigentlich ganz klassisch. 2010 entschloss sich ihre Tochter Lena (heute 15), mit dem Fußball zu beginnen. „Ich war skeptisch, denn sie war zuvor beim Eiskunstlaufen. Und das erste Training hat mich auch nicht begeistert.“ Doch das änderte sich schnell. Schon im ersten Jahr übernahm die Iserlohnerin Aufgaben rund um die Mannschaft ihrer Tochter, und das Programm steigerte sich kontinuierlich. Als dann die jetzt neunjährige zweite Tochter Maxi beim FC begann, war in der Familie Kollmeier klar, wie die Freizeitgestaltung dauerhaft aussehen würde. Weil Ehemann Michael als Nachwuchstrainer fungiert, ist der Gleichklang gewährleistet. „Wenn meine Familie nicht mitziehen würde, könnte ich das mit dieser Intensität gar nicht machen“, räumt Tanja Kollmeier-Müller ein. Für sie ist es selbstverständlich, sich zu kümmern, große wie kleine Probleme zu lösen, ein offenes Ohr zu haben.

„Manche Leute sagen ja, ich hätte ein Helfersyndrom. Da ist wohl was dran“. Täglich widmet sie dem Verein viel Zeit, was sich auch vor den Pflichtterminen abends am Hemberg mit ihrem Beruf ganz gut vereinbaren lässt. Sie betreibt eine Handelsagentur, ist viel unterwegs, aber bei Bedarf erreichbar und in der Lage, per Telefon oder Mail Entscheidungen zu treffen.

Nach mittlerweile sieben Jahren bei den Fußballerinnen hat sie Vergleichsmöglichkeiten. „Der Boom ist vorbei, wir müssen viel mehr tun, um Mädchen für uns zu gewinnen.“ Der FC schafft es, hat alle Altersstufen besetzt und ist im breitensportlich orientierten wie im Leistungsbereich vertreten. Letzteren repräsentieren neben den Frauen in der Landesliga vor allem die U17-Juniorinnen, die als Regionalliga-Spitzenreiter wieder die Bundesliga anstreben. „Das müsste klappen, normalerweise können wir uns nur selbst schlagen“, ist die Abteilungschefin optimistisch.

Neuer Zusammenhalt durch die große Sticker-Aktion 

Aber gerade an dieser Mannschaft zeigt sich, wieviel Aufwand für hohes Leistungsniveau betrieben werden muss. Rund die Hälfte der Spielerinnen kommt nicht aus dem Raum Iserlohn, die gerade wegen ihres Auftritts im ZDF-Sportstudio für Schlagzeilen sorgende Leonora Ejupi sogar aus der Nähe von Paderborn. Und der Kostenfaktor Bundesliga wird noch einmal eine neue Herausforderung, der man sich aber gewachsen sieht.

Tanja Kollmeier-Müller verweist dabei auf ein eingespieltes Führungsteam, das sie gern erweitern würde. Ein zweiter sportlicher Leiter neben Thorsten Kriegesmann steht ganz oben auf der Wunschliste. Aber auch in dieser Konstellation sind spektakuläre Aktionen möglich, wie die große Sticker-Aktion mit dem Sammelalbum mit über 600 Fotos beweist. Am Montag gab es im Hemberg die erste Tauschbörse, und das Klubheim platzte aus allen Nähten. Auch wenn der logistische Aufwand für das Foto-Shooting immens war, so ist die Chefin doch sicher, dass sich der Aufwand gelohnt hat. „Der ganze Verein ist dadurch viel näher zusammengerückt.“

Heute denkt sie zwar nicht an das nächste Großprojekt, hält aber auch nichts von Stillstand. Die Abteilung soll professioneller werden, 2018 steht der Aufstieg der Frauen in die Westfalenliga auf der Agenda, und Tanja Kollmeier-Müller ist viel am Image des FC gelegen. „Wenn Gäste hier waren, sollen sie sagen: Bei denen war es gut.“ 

Eine Frage hat sie sich auch schon gestellt: Was tun, wenn die Töchter nicht mehr Fußball spielen? „Stand heute kann ich mir nicht vorstellen, dass ich dann aufhören würde.“ Ihre Tatkraft und Ideen sind schließlich noch nicht erschöpft. Und das Helfersyndrom wird sie gewiss weiter pflegen.

Willy Schweer

zuletzt bearbeitet am Montag, 06 März 2017 11:30
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